DIE GRÜNEN IN DOSSENHEIM

Augustenbühl: Die Kommunalwahl wird die Weichen stellen

Die Grünen sind als einzige Fraktion gegen eine Bebauung des Augustenbühls und haben deshalb die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes abgelehnt.

In der vergangenen Woche hat der Gemeinderat das Thema „Fortschreibung des
Flächennutzungsplans
“ behandelt.

Hauptdiskussionspunkt war und ist die Frage, ob die
Baureservefläche „Augustenbühl“ zwischen Rebgarten und Korngasse (nördlich des Friedhofs) aus
dem Rahmenplan herausgenommen werden soll oder nicht. Es gab eine Unterschriftenliste, eine
Demonstration, viele Stellungnahmen von Bürgerinnen und Bürgern und auch hier im Gemeindeblatt
sind viele Argumente aufgeführt worden. Wir Grünen sind zu dem Schluss gekommen, dass dieses
Gebiet so wertvoll für Natur und Menschen ist, dass es nicht durch eine Bebauung
in den versiegelten Innerortsbereich eingegliedert werden darf.

Aus diesem Grund hat die Grüne Fraktion – als einzige – im Gemeinderat die Fortschreibung des
Flächennutzungsplans abgelehnt, solange dort der Reserveflächenstatus für den Augustenbühl
festgeschrieben ist. Da auch wir sehen, dass die schriftlichen Stellungnahmen aus der Bevölkerung
sehr unterschiedliche Positionen zeigen, haben wir außerdem eine sog. repräsentative
Bürgerbefragung beantragt, wie sie im letzten Jahr in Tübingen in einer ähnlichen Situation
erfolgreich durchgeführt wurde. Diese hätte zur
Versachlichung der Debatte beigetragen und die Akzeptanz der letztlich vom Gemeinderat zu
verantwortenden Entscheidung erhöht. Auch diesen Vorschlag von unserer Seite haben die übrigen
Fraktionen abgelehnt.

Wie geht es weiter? Viele Redebeiträge im Gemeinderat haben zu Recht darauf hingewiesen, dass im
Moment NICHT darüber abgestimmt wird, ob im Augustenbühl gebaut werden soll. Dafür wäre ein
Bebauungsplan notwendig, den bisher niemand beantragt hat. Andererseits haben die Freien Wähler
großen Wert darauf gelegt, den unter anderem vom Nachbarschaftsverband festgestellten
ökologischen Wert des Augustenbühls kleinzureden, und die SPD hat wortreich betont, wie dringend
in Deutschland Wohnungen gebaut werden müssten. Es ist also auch bei bewusst neutraler
Bewertung die Interpretation nicht ganz von der Hand zu weisen, dass ab dem nächsten Jahr, nach
Bürgermeister- und Gemeinderatswahl, ein Antrag für einen Bebauungsplan im Augustenbühl
gestellt werden könnte. Entscheidend wird also sein, wer dann BürgermeisterIn ist und welche
Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat nach dem 26. Mai 2019 herrschen. Befragen Sie in den
kommenden Monaten die Kandidatinnen und Kandidaten, wie sie zum Augustenbühl stehen!

Wir Grünen wissen, dass es zur Lösung des Mietenproblems auch neue Wohnungen braucht. Aber es
muss trotzdem nicht jeder überall alles bauen. Für uns hat die intelligente Nutzung des vorhandenen
Wohnraums Priorität – und gebaut werden sollte wenn, dann auf Konversionsflächen in der Region,
Tankstellengrundstücken usw. Wir werden uns auch künftig für den Erhalt des Augustenbühls
einsetzen.

Blick von Westen aus (Foto: M. Delbrück)