Flächenplanung: gibt es alternative Reserven? Wir sehen noch einmal genau hin.

In seiner Sitzung am 20. Oktober hat der Gemeinderat, wie die Verwaltung ja bereits berichtet hat, dafür gestimmt, mögliche Bau-Reserveflächen von externen Fachleuten städtebaulich und ökologisch bewerten zu lassen.

Augustenbühl im Herbst – gibt es besser geeignete Baureserveflächen? (Foto: M. Delbrück)

Damit konnte nach einer coronabedingten Verzögerung jetzt der Beschluss vom vergangenen November umgesetzt werden. Damals hatten CDU und Grüne gemeinsam beantragt, dass vor einer Flächennutzungsplan-Fortschreibung (und Erweiterung um die sog. Friedhofserweiterungsfläche) des Gebiets um den Augustenbühl im Norden Dossenheims einerseits Alternativen geprüft werden sollen und andererseits zu prüfen sei, ob bereits erschlossene Randbereiche bebaut werden können. Dies alles mit einer noch festzulegenden Form von Beteiligung der Bevölkerung und in Beschlussverantwortung des Gemeinderats.

Da das Thema von verschiedenen Seiten immer wieder sehr intensiv diskutiert wurde und es auch immer wieder zu Missverständnissen gekommen ist, möchten wir hier noch einmal die grüne Position darlegen. Für uns haben Natur- und Artenschutz gerade am Rand der Metropolregion einen sehr hohen Wert. Gleichzeitig ist uns klar, dass etwas gegen die Wohnungsnot getan werden muss – aber nicht durch Ausweisung immer neuer Baugebiete in der Fläche, sondern wo immer möglich mit intelligenter Nutzung vorhandener Potenziale. Um es auch an dieser Stelle noch einmal zu wiederholen: Bei der Diskussion um den Augustenbühl als Reservefläche ging es bisher nicht um eine Ausweisung als Baugebiet, sondern um eine Reserve für künftige Entscheidungen. Nach unserer Abwägung ist dieser Bereich ökologisch zu hochwertig, um als solch eine Reserve dienen zu können. Wir erkennen aber an, dass es in den anderen Fraktionen andere Einschätzungen gibt, bzw. halten den Wunsch nach einer maßvollen Flächenreserve (deutlich kleiner als in allen Nachbargemeinden) für nachvollziehbar. Darum haben wir im vergangenen Herbst zusammen mit der CDU für eine Suche nach möglicherweise besser geeigneten alternativen Flächenreserven an anderen Stellen gestimmt. Dabei ist das Wort „alternativ“ entscheidend: Anders als vereinzelt in der letzten Gemeinderatssitzung dargestellt, geht es nicht darum, mehr Flächen auszuweisen, sondern andere, besser geeignete. Wichtig ist dabei auch die jetzt kleinteilige, räumlich differenzierte Bewertung. Unserer Meinung nach hätte es viel Charme, wenn am Ende des Prozesses nicht „das eine“ potenzielle Baugebiet stünde, sondern über mehrere Stellen des Ortsrands verteilte Bereiche, wo in Zukunft punktuelle Maßnahmen beschlossen werden könnten – oder eben auch nicht.

Dies soll natürlich nicht den Ergebnissen der externen Untersuchung vorgreifen, mit denen im nächsten Jahr zu rechnen ist. Bereits jetzt laden wir alle Interessierten ein, sich an der dann anstehenden Diskussion mit Engagement und Verständnis für die berechtigten Interessen der anderen zu beteiligen.

Übrigens: dass sich tatsächlich bereits heute und ganz ohne Flächendiskussion etwas gegen die Wohnungsnot tun lässt, hat uns die Gemeindeverwaltung gezeigt. (Auch) auf Anregung des grünen Ortsverbands fördert sie mithilfe von Landeszuschüssen die Wiedervermietung von leerstehenden Wohnungen in Dossenheim. Vielen Dank dafür!

Das neue Artenschutz-Gesetz

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