„Ein Flächenmosaik wie im Leitbild"

Am letzten Montag, 11. 11., haben sich Mitglieder der grünen Gemeinderatsfraktion sowie VetreterInnen von ILEK und Gemeinde getroffen, um Teile des Augustenbühls zu besichtigen.

 

 

Von links: Renate Tokur, Kathrin Schwind (Bauamt), Hergen Schultze, Thomas Trabold (Foto: M. Delbrück)

Mit dabei waren Renate Tokur, Hergen Schultze und Matthias Delbrück (Grüne) sowie Dr. Thomas Trabold von der Geschäftsführung des interkommunalen Vereins Blühende Bergstraße e. V. sowie Frau Kathrin Schwind vom Dossenheimer Bauamt. Thema waren konkrete Naturschutzmaßnahmen im vieldiskutierten Bereich nördlich des Gassenwegs.

Unabhängig von der aktuellen Diskussion über die Fortschreibung des Flächennutzungsplans gibt es ein breites Interesse, mit kurzfristigen und konkreten Maßnahmen die heutige Rolle des Augustenbühlgebiets als „Rückzugsraum“ des nördlich angrenzenden und relativ intensiv bewirtschafteten Vogelschutzgebiets zu verbessern. Die kleinteilige Struktur des Gebiets ist, so Dr. Trabold, ein wesentliches Plus bei Arten-, Landschafts- und Naturschutz. Das „Flächenmosaik“ aus Privatgärten, kleinen Weinbergen, Hecken und Baumstreifen sei genau so, wie es das Leitbild des Vereins Blühende Bergstraße als Ziel beschreibt. Trabold zufolge ist nämlich der Verlust von Lebens- und Rückzugsräumen durch die großmaßstäbliche Flächenbewirtschaftung eine noch wichtigere Ursache des heutigen starken Rückgangs bei Vögeln, Bienen und allgemein Insekten als das Einbringen von umweltschädlichen Substanzen in die Umwelt.

Trotz des positiven Gesamteindrucks gibt es natürlich immer punktuell Dinge, wo die Grundstücksbesitzer etwas noch besser machen könnten. Dies betrifft die Gemeinde sowohl als Eigentümer von Grundstücken (wie etwa im Bereich des kleinen „Bolzplatzes“) als auch, indem sie Beratungs- und Unterstützungsangebote organisiert. Hilfreich für den Artenschutz wäre es z. B., noch mehr Hecken zwischen den Grundstücken anzulegen und diese dann zu pflegen, damit nicht einzelne Sträucher zu groß werden. Efeu ist in den Hecken übrigens durchaus nützlich, etwa als Schmetterlingsweide. An Bäumen dagegen kann Efeu deren Gesundheit und Standsicherheit bedrohen. Bei den Hecken sollte natürlich auf passende Arten geachtet werden: gärtnerische Modepflanzen wie Thuja und vor allem der sich schnell bis in den Wald ausbreitende Kirschlorbeer sind da wenig geeignet. Auch Nussbäume, die „wie Unkraut“ wachsen und deren abgeworfene Blätter für viele andere Gewächse schädlich sind, sind vom Arten- und Landschaftsschutz her nicht ideal. Wiesen wiederum sollten idealerweise abschnittsweise ein- bis zweimal im Jahr mit Balkenmähern gemäht werden. Wird das Mähgut „gemulcht“ und auf den Wiesen liegen gelassen, besteht die Gefahr der Überdüngung und Überwucherung mit Brennnesseln und Brombeeren. Natürlich wäre auch eine phasenweise Beweidung mit Ziegen, Schafen oder anderen Tieren interessant, müsste aber natürlich erst einmal organisiert werden …

Die grüne Gemeinderatsfraktion bedankt sich sehr für den fachlichen Input und natürlich generell die Arbeit des Vereins Blühende Bergstraße. Wir wollen im Austausch mit Experten und Verwaltung ein Konzept ausarbeiten, damit zeitnah das Augustenbühl ähnlich gefördert werden kann wie die Schriesheimer Flächen im Vogelschutzgebiet – unabhängig vom rechtlichen Status in der Flächenplanung.